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Neue Kommission zum Schutz vor sexuellem Missbrauch gegründet

Havliza: „Kinder sind das Wertvollste, das wir haben“

 

Es soll ein weiterer Schritt sein, um schlimmste Straftaten zu verhindern: Im Niedersächsischen Justizministerium hat sich heute die neue „Kommission zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen“ gegründet. Zur Auftaktveranstaltung kamen Teilnehmer von über 30 Vereinen, Verbänden, Behörden und Kirchen zusammen. Die Leitung der Kommission hat die Vorsitzende des Landespräventionsrats, Frau Prof. Dr. Ute Ingrid Haas, übernommen.

Warum diese Kommission?

Ein Anlass für die Gründung der Kommission sind die Erkenntnisse der sog. Missbrauchsstudie zu Umfang und Häufigkeit von Missbrauchsvorfällen in der katholischen Kirche. Justizministerin Barbara Havliza hatte seinerzeit die Bistümer in Niedersachsen aufgefordert, den Staatsanwaltschaften notwendige Unterlagen für die Ermittlungsarbeit zur Verfügung zu stellen. Zugleich hatte sie aber auch die Präventionsarbeit in den Blick genommen (vgl. die Pressemitteilung vom 16. November 2018). Vertreter der katholischen Kirche hatten angeboten, ihre umfangreiche Expertise aus der jüngeren Vergangenheit bei der Präventionsarbeit einzubringen. All dies stieß auf ein breites Interesse bei vielen Mitgliedsorganisationen im Landespräventionsrat. Denn der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist kein auf eine Institution begrenzter Tatbestand. Justizministerin Havliza: „Kinder und Jugendlichte sind das Wertvollste, das wir haben. Es freut mich deshalb sehr, dass mehr als 30 Institutionen und Personen aus Niedersachsen bei der Fortentwicklung von geeigneten Präventionsmaßnahmen mithelfen. Dies zeigt, wie vielfältig das Problem ist und dass dies auch erkannt wird.“

Was ist nun passiert?

Die Kommission hat sich heute offiziell gegründet. Erste Themen und Fragestellungen wurden zusammengetragen. Ziel der Kommission ist es nun, eine fachübergreifende Fortentwicklung der Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen sowie des Opferschutzes vorzunehmen. Dabei sollen sowohl die Besonderheiten des Landes Niedersachsen und seine Strukturen erfasst als auch vorhandene Erkenntnisse
einbezogen werden. Prof. Dr. Ute Ingrid Haas: „Ich freue mich, dass wir für diese herausfordernde und wichtige Arbeit ein hochrangiges Team von Expertinnen und Experten einladen konnten, welches sich in der Kommission engagieren und mitarbeiten wird. Die hohe Resonanz freut mich außerordentlich und zeigt die Relevanz der Thematik, aber auch die drängende Notwendigkeit, dem Thema eine hohe Priorität einzuräumen.“

Wie geht es weiter?

Im Verlauf des Jahres werden die Mitglieder der Kommission zu konkreten Themen und Fragestellungen in Arbeitsgruppen tätig werden. Die Geschäftsstelle des Landespräventionsrats, die an das Justizministerium angebunden ist, unterstützt die Kommission dabei in allen organisatorischen und inhaltlichen Fragen. In insgesamt drei weiteren Treffen werden bis November 2019 die Ergebnisse der Arbeitsgruppen
zusammengetragen, diskutiert und ausgewertet. Im Anschluss sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis vorgelegt werden, die sich für eine Umsetzung eignen.

Wo kann man sich über die Arbeit der Kommission informieren?

Auf der Internetseite www.praeventionskommission-nds.de kann man jederzeit weitere
Informationen über die Arbeit der Kommission und über deren Mitgliedern erhalten.